Angst- und Panikstörung

Definition:

Der Terminus «Angst» wird von lateinischen Ausdrücken für Enge (angor, angustus) abgeleitet.

Unter dem Oberbegriff Angst- und Panikstörung werden mehrere Erkrankungen zusammengefasst, die durch massive Angstreaktionen bei gleichzeitigen Fehlen akuter extremer Gefahren und Bedrohungen charakterisiert sind.

Angst als Gefühl:

Jedem Menschen ist Angst bekannt, aber nur schwer allgemein gültig zu definieren. Die Realangst (normale Angst) hat eine Alarmfunktion und soll Aktivitäten zur Beseitigung einer Gefahr auslösen. Die Realangst verschwindet, sobald die Gefahr beseitigt ist.

Angst als Erkrankung:

Die Pathologische Angst lähmt dagegen die körperlichen und geistigen Funktionen. Krankheitswert hat das grundlose, übermässige oder auch das fehlende Auftreten von Angst.

Angst als Erkrankung:

Die Pathologische Angst lähmt dagegen die körperlichen und geistigen Funktionen. Krankheitswert hat das grundlose, übermässige oder auch das fehlende Auftreten von Angst.

Epidemiologie:

Angst- und Panikstörungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Es ist davon auszugehen, dass ca. 15% aller Menschen mindestens einmal in ihrem Leben an einer Angststörung erkranken.  Angstsyndrome treten bei Frauen häufiger auf als bei Männern. Nach dem 45. Lebensjahr nimmt die Inzidenz ab. In der Praxis von Allgemeinärzten geben mehr als die hälfte der dort behandelnden Patienten Angst als subjektive Beschwerde an, 20% von ihnen in einem behandlungsbedürftigen Ausmass.

Die Angst wird in 6 Arten unterteilt:

Generalisierte Angststörung (GAD)

Menschen mit generalisierter Angststörung leiden unter einem ständigen Gefühl von Besorgtheit und Anspannung in Bezug auf alltägliche Ereignisse und Probleme. Andere Menschen machen sich auch Sorgen doch bei Menschen mit einer generalisierten Angststörung sind solche Sorgen viel stärker ausgeprägt und beeinträchtigen dadurch stark ihren Alltag.

Soziophobie (soziale Angststörung)

Menschen, die an einer sozialen Phobie leiden, leben in der permanenten Angst, im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen oder sich in der Öffentlichkeit zu blamieren.

Spezifische Phobien

Sind gekennzeichnet durch dauerhafte, unrealistische, intensive Angst vor spezifischen Situationen, Umständen oder Objekten. (Spinnen, Fliegen, Schlange,…)

Zwangsstörung

Betroffene müssen eine bestimmte Handlung immer wieder ausführen oder einen Gedanken immer wieder durchgrübeln. Obwohl sie meist erkennen, dass diese Gedankeninhalte und Handlungsimpulse unsinnig sind und ihr Denken und Handeln beherrschen, können sie diese nicht unterdrücken oder unterbinden.

Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)

Auch Traumafolgestörung genannt. Diese kann auftreten, wenn jemand persönlich oder kollektiv ein sehr belastendes Erlebnis oder eine aussergewöhnliche Bedrohung erlebt oder beobachtet hat (schwere Unfälle, Terroranschlag, Naturkatastrophen,…).

Panikstörung

Bei der Panikstörung können sich heftige Angstzustände zur Todesangst steigern. Dafür ist keine auslösende Situation verantwortlich, eine Panikattacke kann sogar völlig unerwartet im entspannten Zustand auftreten.

Behandlung

Angststörungen können wirksam mit Psychotherapie und/oder Medikamenten behandelt werden. Wichtig ist, angstauslösende Situationen nicht zu vermeiden, sondern sich ihnen zu stellen (Expositionstraining). Zusätzlich können Maßnahmen wie Sport oder Entspannungsverfahren hilfreich sein. Welche Behandlung die richtige ist, hängt von Ihrer Angststörung, Ihrer Krankengeschichte und Ihren persönlichen Wünschen ab.

Die Angststörungen bilden sich in den seltensten Fällen zurück, meistens braucht es eine Therapie. Wichtig zu wissen ist, je länger man wartet, umso schwieriger wird es sie zu behandeln. Trotz Therapie können die Angststörungen im laufe des Lebens erneut auftreten.

Was Sie selbst tun können:

  • Stellen Sie sich den angstauslösenden Situationen und vermeiden Sie diese nicht.
  • Machen Sie sich klar, dass Angstanzeichen wie Herzrasen oder Schwindel nicht zu schädlichen Folgen wie Ohnmacht oder Herzinfarkt führen.
  • Bei sozialen Ängsten: üben Sie Fremde anzusprechen, halten Sie Reden, schauen Sie dem Gegenüber in die Augen oder setzten Sie sich im Streit durch.

Es ist schwer, sich der Situation zu stellen, die man jahrelang aus Angst gemieden hat. Gehen Sie deshalb schrittweise vor. Je öfter Sie es schaffen, desto eher können Sie Ängste abbauen. Freuen und belohnen Sie sich für kleine Erfolge.

Mit Unterstützung lassen sich Krisen leichter überwinden. Nehmen Sie Gesprächs- und Unterstützungsangebote Ihrer Freunde oder Angehörigen an. In Selbsthilfegruppen können Sie Erfahrungen mit anderen Betroffenen austauschen. Wenden Sie sich auch bei Bedarf an Ihre Hausarztpraxis.

Wie können wir helfen?