Sturzprophylaxe/ Sturzprävention

Stürze und Sturzverletzungen gehören zu den häufigen medizinischen Problemen bei Senioren. 30% der Menschen über 65 Jahre und 50% der Menschen über 80 Jahre stürzen mindestens einmal pro Jahr. Etwa 10% aller Stürze führen zu schwerwiegenden Verletzungen: Hüft- und anderen Frakturen, Kopfverletzungen oder sogar in Mortalität. Bei 75 % der Hüftfraktur-Patienten erfolgt keine

vollständige Genesung und der Allgemeingesundheitszustand verringert sich. Das bedeutet für die betroffenen oft eine Einschränkung der Mobilität und somit auch der Unabhängigkeit. Eine weitere mögliche Folge von Stürzen ist die Sturzangst. Diese führt oft zu Inaktivität, da Bewegung vermieden wird. Dadurch schwinden die Muskelkraft und der Gleichgewichtssinn. Was zur Folge hat, dass das Sturzrisiko weiter steigt. Ein Sturz ist also immer ein einschneidendes Ereignis.

Was versteht man unter Sturzprophylaxe/ Sturzprävention?

Die Sturzprophylaxe/Sturzprävention macht auf Sturzgefahren aufmerksam und hilft mit vorbeugenden Massnahmen, das Sturzrisiko zu senken bzw. es vermeiden (insbesondere gegen Stürze im Alter).

Risikofaktoren für Stürze:

Mit steigendem Alter und bei Pflegebedürftigkeit nehmen Risikofaktoren für Stürze zu.

  • Verringerte Muskelkraft
  • Sehschwäche
  • Schlafprobleme
  • Tagesmüdigkeit
  • Inkontinenz
  • Schwindel
  • Angst/Unruhe
  • Gestörter Gleichgewichtssinn

Äussere Faktoren:

  • Schlechte Beleuchtung
  • Stolperfallen
  • Neue Brille
  • Ungewohnte Umgebung
  • Medikamente

Sturzprophylaxe: Massnahmen

Die Maßnahmen zur Sturzprophylaxe lassen sich in drei Gruppen einteilen:

Personenbezogene Massnahmen

Förderung des Gleichgewichts, Bewegungstrainings bei Gehstörungen, Kraft- und Ausdauertraining zur Förderung der Muskulatur (natürlich unter Berücksichtigung von Krankheiten, die die Bewegungsfähigkeit beeinträchtigen können z. B. Multiple Sklerose, Parkinson, Nervenkrankheiten, Depression, Demenz, Blutdruckstörungen, Inkontinenz, Sehbeeinträchtigungen etc.)

Medikamentenbezogene Massnahmen

Das Absetzen oder Anpassen von Medikamenten, die das Sturzrisiko erhöhen (z. B. blutdrucksenkende Mittel, Beruhigungs- oder Schlafmittel etc.)

Umweltbezogene Massnahmen

Die Anpassung von richtigen Schuhen, das Training mit Gehhilfsmitteln und die Beseitigung von Stolperfallen (z. B. Entfernen loser Teppiche und Kabel, ausreichende Beleuchtung der Räume, Haltegriffe, passende Kleider, etc.).

Es ist auch ratsam in mehrstöckigen Wohnungen, das wichtigste auf eine Wohnebene zu nehmen (z.B.  Das Telefon im Flur klingelt und Ihr Angehöriger ist im Dachgeschoss? Gefährlich! Wer eine Treppe hinunterhastet, stürzt besonders leicht).

Zusammenfassend gesagt:

Sie sollten sich mit Kraft- und Balancetraining beschäftigen, auf die Nebenwirkungen von Medikamenten achten und Stolperfallen in der Wohnung beseitigen.

 

Sturzprophylaxe: Hilfsmittel

Wenn Ihr Angehöriger ein Hilfsmittel braucht, so müssen Sie sich eingehend von einer Fachperson beraten lassen (z.B. im Sanitätsfachhandel). Beachten Sie bei jedem Hilfsmittel folgende Kriterien:

  • Ist das Hilfsmittel für den Pflegebedürftigen geeignet?
  • Gibt es eine Alternative, die sicherer und einfacher in der Handhabung ist?
  • Wird Ihr Angehöriger umfassend in die Handhabung des Hilfsmittels eingewiesen?

Sturzprophylaxe: Barrierefreies Wohnen

Besteht die Möglichkeit, die Wohnung Ihres Angehörigen barrierefrei bzw. barrierearm zu gestalten?
Barrierefreiheit in der Wohnung bedeutet für Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung einen großen Zugewinn an Sicherheit und Selbstständigkeit.

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