Geschichte der Pflege – eine kurze Reise in die Vergangenheit

Viele kennen die moderne Pflege von heute, aber kennen Sie auch die Geschichte?

Das Spitex Futura24-Team hat für Sie eine Zusammenfassung erstellt.

Die Pflege von Kranken und Verletzten ist so alt wie die Menschheit.

Schon in der Steinzeit lassen Funde darauf schliessen, dass man versucht hat, enge Angehörige auf Basis damaliger Kenntnisse von Krankheiten und Verletzungen zu heilen.

Im alten Ägypten und im antiken Griechenland gab es Ärzte und „Pflegepersonal“, die sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten um Kranke und Verletzte kümmerten.

Im Mittelalter sind die ersten Hospitäler und Pflegeheime in Europa (vorwiegend in Frankreich) entstanden. Lange Zeit wurden nur wenige Privilegierten und/oder Kriegsversehrten dort behandelt .

Im Jahr 1679 wurde das erste deutsche Lehrbuch von Georg Detharding in Kiel über Krankenpflege veröffentlicht. Die Altenpflege war damals noch „Familienangelegenheit“ und wurde nicht separat diskutiert.

Mitte des 19. Jahrhunderts kam die britische Krankenschwester Florence Nightingale. Sie gilt als Pionierin der modernen Krankenpflege. Ihr zu Ehren wird seit 1963 an jedem 12. Mai (ihrem Geburtstag) der Internationale Tag der Pflege begangen. Florence Nightingale war entsetzt, als sie die Zustände in den Lazaretten der englischen Truppen während des Krimkriegs 1853 sah. Soldaten starben an Seuchen und infizierten Wunden wegen unsachgemässer Versorgung. Florence Nightingale hat sich für mehr finanzielle Mittel für die Lazarette eingesetzt und legte Hygiene­ und Behandlungsstandards fest. Damit wurde sie weit über die englischen Landesgrenzen hinaus berühmt. Nach ihrer Rückkehr aus dem Krieg gründete sie Pflegeschulen, veröffentlichte über 200 Schriften zu pflegerischen Themen und prägte die Professionalisierung der Krankenpflege wie kaum jemand zu dieser Zeit.

Nightingale vertrat die Ansicht, dass es neben dem ärztlichen Wissen ein eigenständiges pflegerisches Wissen geben sollte.

Das 19. Jahrhundert brachte viele medizinische Errungenschaften hervor. Dank der Entdeckung des Penicillins konnten bakterielle Infekte behandelt werden. Die Fortschritte in der Anästhesie haben grössere Operationen möglich gemacht. Somit wurden die Siechen­ und Sterbehäuser zu Spitälern, und die Krankenpflege verschob sich von zu Hause in die Krankenhäuser. Der Bedarf an Pflegepersonal stieg und war nicht mehr mit den in den Spitälern tätigen Ordensschwestern (daher der Begriff «Krankenschwester») zu decken. Zur gleichen Zeit hat sich mit der Industrialisierung das Frauenbild verändert. Männer haben für das Einkommen gesorgt und Frauen erledigten den Haushalt. «Weibliche» Arbeit verlor damit an Ansehen in der Gesellschaft. Da die Krankenpflege unter diese weiblichen Tätigkeiten fiel (undenkbar, dass ein Mann sie ausübte) war der Lohn, die Arbeitszeiten und die Arbeitsbedingungen dementsprechend schlecht.

Es ist daher nicht verwunderlich, dass sich nur wenige Frauen für die Krankenpflege entschieden haben.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden die ersten nicht­konfessionellen Krankenpflegeschulen. Eine davon war etwa die Schwesternschule mit Ausbildungsspital vom Roten Kreuz Zürich-Fluntern, die auf dem Careum Campus errichtet wurde.

Die Ungerechtigkeiten, denen Pflegende sich gegenübersahen, wurden mit demselben überzeichneten mütterlich­-weiblichen Idealbild entschuldigt. Oft wurden Pflegende als Engel dargestellt und ihre Arbeit als «Liebesdienst» am Menschen bezeichnet, dessen Lohn sich aus dem moralischen Wert ergab. Auch die Krankenpflegeschulen stützten dieses Berufsbild und forderten die «unhinterfragte Entgegennahme und Ausführung von Anordnungen sowie Bescheidenheit und Takt». Sogar Pflegende selbst stützten dieses Bild.

Ende des Zweiten Weltkriegs gab es in der Schweiz einen noch nie da gewesenen Pflegemangel. Zusammen mit dem Druck von Verbänden bekamen die Pflegenden den ersten bundesweiten Normalarbeitsvertrag (1947). Dieser beinhaltete auch Massnahmen für den Gesundheitsschutz der Pflegenden.

Der gesellschaftliche Wandel und das Fortschreiten der Medizin in den Jahrzehnten danach erforderten auch eine Weiterentwicklung der Pflege. Pflegetheorien und ­-modelle wurden entwickelt – den deutschsprachigen Raum dominierte unter anderen auch die Schweizerin Liliane Juchli mit ihrem Modell der «Aktivitäten des täglichen Lebens». – Die Zeiten des reinen Ausführens von Anweisungen waren vorbei. Die Pflege wurde zur Profession mit eigenen Methoden und Zielen.

Heute: die Pflege ist eine evidenzbasierte Wissenschaft. Seit dem Jahr 2000 ist sie universitär vertreten, und in den Spitälern wird klinische Forschung betrieben.

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