Vor- und Nachteile durch Betreuung von Angehörigen

Angehörige am Limit

Angehörige leisten in der Schweiz insgesamt rund 64 Mio. Stunden unbezahlte Arbeit für die Betreuung und Pflege von nahestehenden Personen. Der Wert dieser Arbeit beträgt 3,5 Mia. Franken. (Studie: «Zeitlicher Umfang und monetäre Bewertung der Pflege und Betreuung durch Angehörige», BASS, 2014)

Diese anspruchsvolle Aufgabe fordert viel Zeit und Kraft. Für alle Beteiligten ist das eine grosse Herausforderung und endet meistens in Überlastung.

Positive Aspekte:

Pflegebedürftige dürfen im gewohnten Umfeld bleiben.

Die Pflege durch Angehörige ist kostengünstiger.

Pflegebedürftige können, je nach körperlichen und geistigen Fähigkeiten, weiterhin Ihren gewohnten Tätigkeiten nachgehen.

Der Tagesablauf kann zu Hause individueller als in einem Pflegeheim gestaltet werden.

Negativen Aspekte:

Angehörige leiden unter psychischer und physischer Belastung, dies könnte bis zu einem Burnout führen

Oft fehlt den Angehörigen das nötige Fachwissen und die pflegerische Erfahrung. Was zu einer Pflege mit negativen Folgen für beide führen könnte.

In der Regel ist die Wohnung nicht behinderten gerecht ausgestattet und eine Ausstattung ist mit hohen Kosten verbunden.

Oft leben Pflegebedürftige alleine und verlieren so die sozialen Kontakte. Dies führt zu Vereinsamung.

Pflegende Angehörige müssen noch zusätzlich den Beruf und die Familie unter einen Hut bringen, da bleibt nicht mehr viel Zeit für die eigenen sozialen Kontakte, die Partnerschaft oder sich selber.

Meistens möchten Pflegebedürftige lieber von ihren Angehörigen gepflegt werden als von fremden in einer Pflegeeinrichtung. Sie möchten in ihrer vertrauten Umgebung bleiben und sich nicht an neue Personen gewöhnen müssen.

 

«Die Familie muss auch in schwierigen Zeiten zusammen halten».

 

Doch der Grossteil der Angehörigen fühlt sich damit überfordert und alleine gelassen.

Nicht selten entwickeln sich Krankheiten wie Depressionen, die schlimmstenfalls zu Alkohol- oder Medikamentenabhängigkeit führen können. Durch die Hilflosigkeit und Überforderung ist Gewalt in der Pflege ist ein ansteigendes Problem. Was von aussen so selbstlos aussieht, kann hinter geschlossenen Türen zu Isolation und Verzweiflung führen.

Wie kann ich mich vor Überbelastung schützen?

Mittlerweile gibt es diverse Entlastungsangebote: Beratung und Hilfe zur Pflege, zu finanziellen Belangen oder auch dazu, was man selber für sich tun kann.

Wenn pflegende Angehörige sich gegenüber diesen Angeboten öffnen, kann daraus eine für alle Seiten sehr bereichernde Zusammenarbeit entstehen, die sowohl den Pflegebedürftigen als auch den pflegenden Angehörigen neue Perspektiven verleiht.

Wie können wir helfen?